Viele Menschen trennen nicht klar zwischen Kur und Reha.

Dabei gibt es erhebliche Unterschiede.

 

Die Kur kann bei Menschen sowohl als Unterstützung bei der Genesung von Krankheiten und Leiden, körperlich und/ oder psychischer Art, als auch zur Stärkung einer geschwächten Gesundheit hilfreich sein. Hauptsächlich nehmen Menschen aber vorbeugend eine Kur in Anspruch, wenn der Erhalt der Gesundheit in Gefahr ist. In der Behördensprache nennt man eine Kur auch „Maßnahme zur Festigung der Gesundheit“. Die Aufgabe von sogenannten Vorsorgekuren, liegt darin, die geschwächte Gesundheit wieder zu stabilisieren.

 

Die häufigsten Gründe für eine Kur sind:

 

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates (z.B. Rheuma)

Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes)

Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma)

Psychische Erkrankungen

 

Man kann die Kur auch mit einer Art Urlaub für die Gesundheit vergleichen. Die Maßnahmen der Kur, egal, ob als Vor- oder Nachsorge, sollen vor allem die Lebensgeister wecken und Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht bringen.

Bei einem Kuraufenthalt werden sehr oft auch ortsspezifische Heilmittel angewandt, wie Heilquellen, Heilklima, Heilwasser usw. Sehr häufig findet der Aufenthalt auch an einem Kurort oder Heilbad statt.

 

Im Unterschied zur Kur findet eine Reha zur Wiederherstellung der Gesundheit statt. Dies kann nach einer Erkrankung, wie Schlaganfall und Herzinfarkt sein oder nach einer Operation oder einem Unfall.

In eine Reha kommen ausschließlich die Menschen, die schon sehr stark unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Diese Menschen sind im Alltag körperlich, seelisch oder geistig sehr beeinträchtigt.

Dies ist der deutlichste Unterschied zur Kur, die hauptsächlich präventiv stattfindet.

Man unterscheidet zwischen einer medizinischen Reha, nach einem Unfall, einer Sehstörung oder einer psychischen Erkrankung und einer beruflichen Rehabilitation.

Bei der Medizinischen geht es um die Wiederherstellung der Gesundheit, so dass die Teilnahme am Leben wieder möglich ist. Die Berufliche dient dazu, dass die Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt wird, so dass das Einkommen wieder gesichert ist.

Grundsätzlich sollen die Reha Maßnahmen vermeiden, dass sich die Beschwerden/ Erkrankung verschlimmern und somit eine Arbeitsunfähigkeit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eintritt.

Während der Reha erhält der Patient alle medizinischen, physikalischen und psychosozialen Therapien zur Verbesserung des Gesundheitszustandes.

 

Eine spezielle Reha ist die muskuloskelettale Rehabilitation.

Diese befasst sich mit der Behandlung von Funktions-, Fähigkeits-, und Aktivitätseinschränkungen des Bewegungs- und Stützapparates bei Erkrankungen, nach Unfällen, sowie nach Operationen.

Wer unter muskuloskelettalen Erkrankungen leidet, hat oft mit chronischen Schmerzen zu kämpfen im Bereich des Bewegungsapparates. Des Weiteren lässt häufig die Muskelkraft und -ausdauer nach. Viele Patienten klagen auch über Instabilität der Gelenke, sowie der Beweglichkeit und der Knochen.

Auffällig ist auch ein spezielles Bewegungsmuster beim Gehen durch Störungen in der Funktion. Die Koordination und Kontrolle sind sehr eingeschränkt.

 

Das Ziel dieser Reha ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Funktionsfähigkeiten. Der Patient soll sein ergonomisches Verhalten im Alltag und im Beruf wieder erlernen. Bei der muskuloskelettale Reha werden am Anfang individuelle Ziele für jeden Patienten festgelegt. Sie findet in aktiver Form statt, wie Ergotherapie, Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie.

Es finden noch diverse parallele Maßnahmen zu den aktiven Behandlungen statt, wie z.B. eine Ernährungstherapie, eine Hilfsmittelberatung und entsprechende Schulung, Schmerztherapie, Orthopädietechnik und Prothetik, psychologische Beratung usw.